Freitag, 30. März 2012

Marina Quinched, Eingang Estéro Castro, Isla de Chiloé

Marina Quinched


                           
seit frühem Nachmittag sind wir wieder unter Menschen. Nun genießen wir erstmal eine heisse Dusche, das WiFi in der Marina und die Einkaufsmöglichkeiten in Castro.

William Bannister (  2016 ) ist der Patron der Marina und des Centro Nautico Chiloe. Er nimmt uns in seinem Pickup mit nach Castro. Dort gibts erstmal Kaffee und Kuchen im deutschen Café.
Marina Quinched
im Café Aleman in CASTRO
Wir finden auch einen gut sortierten Supermarkt mit Fuchs Roggenbrot in Scheiben. Das erste Brot, das hält, was es auf der Verpackung verspricht. Davon kaufen wir mehr, damit die eigene Backstube Pause machen kann. Michael hat nämlich, nachdem der Vorrat an Schwarzbrot zu Ende ging und wir nichts Vernünftiges mehr zu kaufen bekamen, den Backofen und das Brotbacken entdeckt. Schmeckt auch gut, ist aber intensiv im Gasverbrauch.




Isla de Chiloé, Caleta Yal, Golfo de Corcovado, Canal de Yal

Caleta Yal, hinterer Teil

CALL: SY-ANICO
DATE: 30.03.2012
TIME: 13:50
LATITUDE: 42°40.43'S
LONGITUDE: 073°40.01'W
COURSE: 112T
SPEED: 0.1
COMMENT: alles OK an Bord
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Slalom durch die Muschelzucht

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Am Mittag erreichen wir Puerto Chonchi. Durchs Fernglas erblicken wir den ersten Supermarkt. Wir machen an der Pier fest und ich springe an Land, um die erste frische Ware nach Wochen einzukaufen. Bleiben wollen wir hier nicht, denn wir freuen uns auf eine heiße Dusche in der Marina Quinched.

Donnerstag, 29. März 2012

Wie ein Fjord seinen Namen bekommt



Martín Pescador - Kingfisher

Wir liften den Anker und nutzen die Tide, um mit der Strömung weiter nach Norden zu kommen. Der Tag ist sonnig und im Canal Skorpios wird mit Delfinbegleitung an Deck geduscht.
Leider können wir das Tempo nicht halten und somit die ausgesuchte Ankerbucht nicht erreichen. Wir müssen uns deshalb selbst Schutz suchen. In der Seekarte ist ein kleiner Fjord ohne Namen auf der Isla Concoto. Die Einfahrt ist breit, wird dann sehr eng und weitet sich im Fjord wieder. In Schleichfahrt erkunden wir die Einfahrt. Das Wasser ist kristallklar und wir sehen den wunderbaren Sandgrund, bestens zum ankern. Im Fjord tummeln sich Magellanpinguine, Reiher und Enten. Der Skipper fährt den möglichen Ankerplatz vorsichtig ab und achtet auf den Tiefenmesser, denn die Seekarten enthalten keine Angaben. Die Crew steht am Bug und achtet auf Felsbrocken. Alles ist klar und zur Sicherheit vertäuen wir unser Heck an den Bäumen. So kann auch in der Nacht nichts schief gehen. Wenn Buchten, wie diese, noch keinen Namen haben, darf man ihnen einen geben. Der Skipper tauft diesen wunderbaren Ankerplatz Caleta Regina und öffnet eine Flasche "Schaumwein". Am Mittag des Folgetages laufen wir bei mittlerem Hochwasser aus der Caleta Regina - ist schon toll so ein eigener Ankerplatz mitten in Patagonien!
Wieder ein sonniger Tag. Zu unserer Rechten zeigt sich ein atemberaubendes Gebirgspanorama: schneebedeckte Vulkankegel, schroffe Bergspitzen mit Gletschereis sowie liebliche Almhügel, und alles umgeben von einer verwunschenen Wolkenwelt.
Ein schöner Segeltag ist auch der 27.03. Mit 7 Knoten zieht uns der Gennaker über die gefürchtete Boca del Guafo auf die Isla de Chiloe. Eine voll erschlossene Insel mit Lachs- und Austernfarmen, Schafzucht und Milchkühen. Die Zivilisation hat uns wieder und in Quellon, der ersten grösseren Ansiedlung seit Ushuaia, wollen wir unsere Post erledigen und Geld beschaffen. Die ausgewiesenen Ankerplätze sind aber nicht vorhanden, weil alles mit Gewerbeschiffen an Mooringbojen voll ist. Fluchtartig verlassen wir den Ort, denn zusätzlich quillt seit gestern eine dicke, stinkende Rauchwolke über der Stadt. Noch 50 Meilen, und wir haben in der Marina Quinched vermutlich Internetanschluss. Dann gibt es endlich Bilder zu den Berichten.
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Montag, 26. März 2012

Caleta BocaChica, Canal Puquitín, Grupo Guaitecas

CALL: SY-ANICO
DATE: 26.03.2012
TIME: 21:34
LATITUDE: 43°49.91'S
LONGITUDE: 073°46.92'W
COMMENT: alles OK an Bord, guter Ankergrund
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Samstag, 24. März 2012

Caleta Pagoda, Canal Baeza, Archipíelago de Los Chonos

CALL: SY-ANICO
DATE: 24.03.2012
TIME: 23:00
LATITUDE: 44°27.00'S
LONGITUDE: 073°53.16'W
COURSE: T
SPEED:
COMMENT: ein Fischotter lärmt an unserem Ruder und macht sich auf unserer Badeplattform breit, guter Ankergrund
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am Morgen des 25. versetzt uns ein ungewöhnliches Geräusch am Heck in Aufregung. Ist der Anker geslippt? Haben wir mit dem Ruder Grundberührung? Da! Schon wieder! Frühstück unterbrechen und raus ans Heck. Dort sehen wir, wie sich ein niedlicher Fischotter über das Ruder auf die Badeplattform hievt und uns mit großen Kulleraugen ansieht, als hätten wir seinen Fisch geklaut. Er lutscht, wenig begeistert, an unseren Fendern herum und verschwindet mit einem gekonnten Sprung zurück in die Caleta Pagoda.
 





Caleta Canal, Canal Pérez Sur, Isla Canal

CALL: SY-ANICO
DATE: 24.03.2012
TIME: 01:55
LATITUDE: 44°51.70'S
LONGITUDE: 073°42.41'W
COURSE: 090T
SPEED: 0.0
COMMENT: alles OK an Bord, guter Ankergrund
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von Bahia San Andrés wieder im Schutz der Kanäle

Der Wind kommt endlich aus Südost und wir segeln weiter. Das erste mal auf dem Pazifik ziehen wir mit 4-6 kn auf der enormen Dünung mit der Windsteueranlage dahin. Es ist schon angenehm, wenn auf längeren Strecken Johann, der Windpilot, Ruder geht und wir einfach die Fahrt geniessen können.
Zu den Walen im Estero Cono nochmal ein paar Worte: Insgesamt liegen dort 15 tote Wale. Einige Fischer sagen nach wie vor es waren Orcas, die die Wale getötet haben. Allerdings konnten wir an den sechsen, die wir uns angesehen haben, keine größeren Verletzungen entdecken. In der Bucht wimmelte es von Krill. Vielleicht haben die Wale beim Fressen im Fjord einfach die Orientierung verloren und sind gestrandet?! Wir wissen es nicht. Auf jeden Fall, ein sehr trauriger Anblick, diese sonst so majestätischen Tiere so zu sehen.
Unser nächster Stopp führt uns mitten in ein Seelöwegebiet. Auf jedem Felsen liegen die Faulpelze und bellen uns an. In einem Fels ist eine Höhle und das Bellen und Röhren der Bullen dröhnt gefährlich laut an unser Ohr. Dann springen zwei Dutzend von ihnen ins Wasser und tollen und springen um uns herum. Das sieht dann wenig gefährlich, sondern nur niedlich aus, wenn sie mit ihren spitzen Schnauzen und Kulleraugen zu uns aus dem Wasser blicken.
Je nördlicher wir kommen, desto mehr Zivilisation erleben wir wieder. Ständig spricht jemand auf 16 in die VHF-Funke. Hinter jeder Kurve und in jeder geschützten Caleta befindet sich eine Lachsfarm.
Ein wenig Einsamkeit erhoffen wir uns noch bei den heute auf unserem Programm stehenden heissen Thermalquellen im Seno Aysen . Über 100 aktive Vulkane säumen die Andenkordilleren von Feuerland bis zur Atacamawüste. Wir sind gespannt.
Es ist schon schön, dass wir in der heutigen Zeit, auch in der Einsamkeit Patagoniens, einige Kommunikationsmittel zur Verfügung haben, die es uns ermöglichen, den Kontakt mit der Heimat zu halten. Wir freuen uns immer über Neugkeiten von zu Hause. Auch der Kommentar unter dem Post erreicht uns als E-Mail.
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Mittwoch, 21. März 2012

Caleta Esteban, Canal Rodríguez

CALL: SY-ANICO
DATE: 21.03.2012
TIME: 00:28
LATITUDE: 45°18.47'S
LONGITUDE: 073°33.65'W
COURSE: 079T
SPEED: 0.1
COMMENT: Caleta Esteban, Canal Rodríguez, alles OK an Bord
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Dienstag, 13. März 2012

blendendschön und brandgefährlich

nach dem Überqueren des Golfo de Penas konnten wir uns, wegen des schwachen Windes, der enormen Dünung und der gegen die Küste laufenden Stömung, nur noch schwer von Land freihalten. Querab von uns liegt ein kleiner Fjord, in dem Fischer vor Sturm Schutz suchen. Durchs Fernglas konnten wir ausmachen, wie die enorme Dünung als hohe Brandungswelle am Fjordeigang zerschellt. Konnten wir es wagen einzulaufen? Wir beobachteten die Mündung ca. eine Stunde im vorbei fahren. Wir hatten noch 60 nm Felsenküste neben uns, und die Nacht nahte, bevor wir wieder schützendes Binnengewässer erreichen würden. Die Strömung und Dünung war gegen uns und der Wind, als treibende Kraft, hatte uns verlassen. Die Wettervorhersage hatte das Gegenteil vorausgeweissagt. Auch der Maschinenraum meldete, dass selbst mit ihm nicht mehr als max. 3 Knoten Speed drin sind, um uns von der Küste freizubekommen. Da beginnt man zu sinnieren: was ist eigentlich wenn der Motor aussetzt? Genau! Selbst die Rettungsinsel bietet uns keinen Schutz und würde in der Brandung aufreissen und an den Felsen zerschellen. Zu allem Überfluss kommt noch, dass es eine Steilküste ist. Die Entscheidung wurde uns also diktiert: Wir müssen da rein und du, Motor, halt schön durch. Dreimal hatte er nämlich vorher schon, wegen verschmutztem Dieselkraftstoff, plötzlich seinen Geist aufgegeben. Wir haben zwar inzwischen eine umschaltbare Doppelfilteranlage, aber das Motorschicksal kann auch anderweitig zuschlagen. Ruder gelegt, und unter Segel und Motor sind wir den Fjord angegangen. Wie man sieht, haben wir es unbeschadet geschafft. Aber, der Tag war noch nicht zu Ende: kaum im Fjord, erkannten wir ein neues Drama. Bei der Suche nach dem Ankerplatz, sehen wir am Strand ein komisches rosafarbiges Etwas.
Beim näher kommen erkennen wir den Kadaver eines Wales. Je weiter wir zu unserem Ankerplatz in den Fjord hineinfahren, um so mehr tote Wale sehen wir im Wasser treiben oder an Land liegen. Erstaunlich, alle in einer Grösse zwischen 8-12m. Was hat sich hier abgespielt? Wieso kommen so viele Wale in diesem kleinen Fjord zu Tode? Ein Walfriedhof, oder ist Menschenhand im Spiel?
Heute sollen wir die Wahrheit erfahren. Es laufen 5 Fischerboote zu unserem Ankerplatz, um Schutz vor dem heraufziehenden Sturm im Pazifik zu suchen. Auf unsere Frage, wegen der vielen toten Wale im Fjord, antworten sie uns, dass es sich um Babywale handelt, die von Orcas gejagt und getötet wurden.

Wir durchfahren hier ein Gebiet von über 2.000km Längenausdehnung, mit seinen einmaligen Naturschauspielen. Bis auf ganz wenige Ausnahmen, haben hier Menschen nicht dauerhaft gesiedelt. Bis auf ein paar Fischerboote, die von weither kommen, und ein paar Kreuzfahrtschiffen in den Hauptkanälen, ist uns keine Menschenseele begegnet. Alles unberührt und naturrein!
Plötzlich sind wir einem Kulturschock ausgeliefert: Unmengen von Zivilisationsmüll an den Ufern dieser Ankerbucht und in dem angrenzenden Regenurwald. Wo und wie kommt das Zeug hierher? Auch die Antwort liefern uns die zivilisationsfernen, netten und freundlichen Fischer. Für sie ist die Natur noch rau und unerschöpflich. Hausrat- und Gewerbemüll, überwiegend Plastik, wird vom Fischkutter direkt in die traumhaft schöne Bucht gekippt und umspült nun die Kadaver der von den Geiern angefressenen Wale. Man kann nicht an Gott oder dem Universum verzweifeln, dafür aber an uns Menschen.
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Sonntag, 11. März 2012

Jenseits von Eden mit dem Patagonia Cruisers Net


Seit zwei Wochen nehmen wir aktiv am Patagonia Cruisers Net teil. Die tägliche Funkrunde auf 8.164kHz wird von Wolfgang, einem deutschen Segler, der sich mit seiner Frau Gabi in Chile niedergelassen hat, um 12:00 UTC mit einem fröhlichen Erkennungspfeifen eingeleitet. Zuerst fragt Wolfgang nach Notfällen.
Danach werden alle Boote mit Namen aufgerufen und die Positionen erfragt. Auf diese Weise gibt es von Patagonien, über die Antarktis bis in die Südsee wertvolle Informationen über Wind, Wetter und örtliche Gegebenheiten. Außerdem hakt Wolfgang nach, falls ein Schiff mal "verloren" geht. Eine großartige Arbeit, die Wolfgang an der Seglerwelt leistet! Uns gibt er zusätzlich ein Gefühl der Sicherheit.
Wolfgang hat ein gutes Netzwerk und hilft wo er kann. Ihm haben wir es zu verdanken, dass wir nicht nach Puerto Nateles fahren und einen Umweg von 120nm in Kauf nehmen mussten, sondern direkt nach Puerto Eden fahren konnten. Dort hat er die nötige Menge Diesel für uns vorbestellt und wir konnten unsere Kanister wieder füllen.
Puerto Eden ist eine kleine Gemeinde mit unter 200 Einwohnern, einer Grundschule mit Bibliothek und Internet sowie 2-3 kleinen Läden, in denen wir frische Eier, Mehl, Avocados, Ananas und Dosenerbsen gefunden haben. Rund um die Bucht läuft ein Holzsteg, der alle Holzhäuser miteinander verbindet. Vorsicht bei Nässe - Rutschgefahr!

Am Kopf der Bucht, neben dem "Telefonhäuschen", verkaufen Maria und José nicht nur Diesel und Motoröl. Sie bieten außerdem ein B&B, Mittagstisch, Wäscheservice und heiße Duschen an! Wir hatten Glück mit 2 Tagen Sonne in Puerto Eden, einen tollen Blick vom Berg über die Buchten, und leckeres Essen bei Maria. Mit sauberer Wäsche sind wir am Nachmittag des 09.März wieder weiter gezogen. Wir kamen so gut voran, dass wir es wagten noch weitere 20 Meilen vor dem dunkel werden zu laufen. Leider waren wir da etwas zu mutig. Die Nacht brach herein wir haben uns auf Schleichfahrt in eine uns unbekannte Bucht vorgetastet. Michael musste die Landleinen in der Nacht ausbringen, was auf den rutschigen Felsen bereits am Tag kein Vergnügen ist. Alles hat gut geklappt und nun sind wir schon auf dem Golfo de Penas - der Bucht des Leidens - der uns hoffentlich nicht leiden lässt. Wir sind der Meinung, dass das Wetterfenster für uns günstig ist. Zwei Tiefs kämpfen hier draußen miteinander. Mit dem einen wollen wir aus dem Golfo nach Westen reisen um später auf das andere Tief umzusteigen, welches uns auf seinem Rücken nach Norden mitnehmen soll.
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Sonntag, 4. März 2012

Caleta Maris Stella

CALL: SY-ANICO
DATE: 04.03.2012
TIME: 20:42
LATITUDE: 49°22.45'S
LONGITUDE: 074°24.095'W
COMMENT: Dauersprühregen, alles OK an Bord
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Freitag, 2. März 2012

Caleta Nassibal, Canal Wide, Isla Wellington


CALL: SY-ANICO
DATE: 02.03.2012
TIME: 21:57
LATITUDE: 49°45.61'S
LONGITUDE: 074°26.86'W
COMMENT: alles OK an Bord, eingekuschelt und wie eine Spinne im Netz vertäut
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Donnerstag, 1. März 2012

Estéro Dock, Canal Wide

CALL: SY-ANICO
DATE: 01.03.2012
TIME: 01:50
LATITUDE: 49°56.68'S
LONGITUDE: 074°27.99'W
COMMENT: alles OK an Bord
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Da sollen wir rein? Ja, geht!
einfach links liegen lassen

Blick von drinnen