Sonntag, 29. Januar 2012

Adios Argentina

Es ist soweit. Morgen, spätestens übermorgen verlassen wir Ushuaia, die südlichste Stadt der Welt, um uns in Chile / Puerto Williams das Visum und die Cruisingerlaubnis (zarpe) für die Kanäle und Fjorde abzuholen. Sobald wir Puerto Williams verlassen haben, gibt es für Wochen keine Stadt, keine Supermärkte, keine Tankstelle, kein Internet. Wir berichten dann wieder über Kurzwelle. Leider erstmal ohne Bilder. Die kommen mit der nächsten Internetverbindng.

Blick über die Reserva Natural auf Ushuaia
Bestes französisches Brot in Town und die Kuchen erst.....
Hochsommer in Feuerland


Samstag, 28. Januar 2012

Fin del Mundo - Tor zur Antarktis - Ushuaia - Feuerland

wir sind da! Am 23.01. um genau 16:00UTC/13:00LT machen wir im Club AFASyN fest. Wir liegen direkt am Steg, müssen aber am Dienstag verlegen und leider ins Päckchen gehen. Wir machen fest neben der L´ESPRIT D´EQUIPE mit französicher Flagge, die wiederum an der YORIKKE mit südafrikanischer Flagge liegt. Hans von der YORIKKE ist gestern weitergefahren und nun sind wir nur noch zu zweit im Päckchen. Hoffentlich bleibt es so, denn der Wind weht hier teilweise mit 30-40 Knoten und drückt die Boote an den Kai. Die Fender haben dann allerhand zu tun, um Schäden an den Schiffen zu vermeiden.
Hier ist also das Ende der Welt! Fin del Mundo und Tor zur Antarktis. Ushuaia mutet eher wie ein kleiner alpiner Skiort an.Und tatsächlich gibts 10km weiter in den Bergen ein kleines feines Skigebiet. Inzwischen sind hier große Segelyachten am Steg und die Crews wechseln um in die Antarktis oder in die Fjorde und Kanäle von Chile zu segeln. Wir warten noch auf Post, die inzwischen hier angekommen ist aber der Zoll will noch ein Auge darauf werfen. Nun werden wir seit drei Tagen vertröstet und müssen bis Montag warten.
Derweil haben wir allerei erledigt. Eine zusätzliche Gasflasche, warme Kleidung, weitere Dieselkanister mit Füllung und ein Rieseneinkauf im Supermarkt. Die nächsten Wochen in Patagonien werden kalt und Einkaufsmöglichkeiten gibts wohl nicht. 

Freitag, 20. Januar 2012

PositionReport Bahia Cambaceres

CALL: SY-ANICO
DATE: 20.01.2012
TIME: 19:19
LATITUDE: 54°52.35'S
LONGITUDE: 067°17.55'W
COURSE: 270T
SPEED: 0.00
COMMENT: Ankern im Beaglekanal, noch 40nm bis Ushuaia, kalt, nass, schön hier


Montag, 16. Januar 2012

Puerto Deseado - Isla de los Estados (ab 06.01.2012 - an 10.01.2012)

4 Tage auf See! Die Abfahrt von Puerto Deseado war schon hart. Der Skipper meinte: tolles segeln! Eine steile Kreuzsee vor der Einfahrt in den Rio Deseado und Wind in Böen bis 10Bft. Die Wellen spülten den Skipper fast aus dem Cockpit. Aus einer Welle schoss ein Delfin und Michael bückte sich instinktiv, weil es den Anschein hatte, dass das Tier mitten auf dem Deck landet. Zum Glück hat der Tonina die Kurve bekommen und ist blitzartig wieder abgetaucht.
hier ein Exemplar bei ruhigen Wetter
Als wir den offenen Atlantik erreichen und die Route nach Süd-Süd-West fortsetzen, wird die See ruhiger. Auch der Wind lässt hier und da nach und wir müssen den Motor zuhilfe nehmen. Wir „feiern" den Übergang von den brüllenden Vierzigern in die Fünfziger mit einem Campari. Kurz darauf streikt der Diesel und Michael sitzt am Motorraum, um den Patienten zu untersuchen. Wir dümpeln ohne Wind in Strom und Schwell mit knapp 3 Knoten. Alles stinkt nach Diesel und der Salon sieht wieder aus wie eine Werkstatt. Nach 3 Stunden Arbeit hat Michael alles wieder im Griff und der Diesel läuft. Entwarnung! Die Nerven beruhigen sich langsam, und der Skipper hat nun eine Mütze voll Schlaf verdient.
Die Isla de los Estados hüllt sich, bei unserer Ankunft früh am Morgen, in Nebel. Wir sehen nichts und schalten das Radar ein. Damit lässt sich die Landmasse gut ausmachen und wir laufen in die Bucht Puerto Hoppner, die als bester Ankerplatz der Insel im Nautical Guide von Patagonien & Tierra del Fuego beschrieben ist. Gleich rechts in der Ecke liegt Cypraea, die in der Nacht hier Anker geworfen und 2 Landleinen ausgebracht hat. In der Bucht ist gute Sicht und wir wagen die enge Durchfahrt in die innere Bucht. Hinter einer kleinen Insel auf 6m Tiefe soll man am besten liegen. Leider wusste das auch ein anderes deutsches Schiff und blockiert mit 2 Heckleinen eine weitere Ankermöglichkeit. Würde kein Wind wehen, könnten wir es wagen, aber die enormen Fallböen machen das manövrieren hinter der Insel für uns unmöglich. So drehen wir um und versuchen neben der Cypraea unser Glück.
am Motorraum ists schön warm
Puerto Hoppner innere und äussere Bay
Leider wird das auch nichts. Der Anker hält nicht. Beim dritten Anker auf staut die Kette nicht richtig in den Kasten und ich reiße mir zu allem Überfluss eine Fingerkuppe halb ab. Irgendwie müssen wir unser Boot fest bekommen. Es ist zum junge Hunde kriegen. Das Resultat ist nicht zufriedenstellend, aber so versorgen wir erst mal meine Wunde mit SteriStrips usw. Wäre wohl was für die Nadel gewesen, aber so geht's auch. Ich nehme starke Schmerzmittel und lege mich hin. Michael versucht derweil weiter, das Boot irgendwie zu vertäuen. Aber es ist einfach zu tief hier und gegen Wind und Welle kann er nicht viel ausrichten. Nach 2 Stunden steht fest: wir rufen die argentinische Marine im Fjord nebenan über Kanal 16 und fragen Puerto Parry Radio, ob ihre Boje frei ist und wir wegen unserer misslichen Lage festmachen dürfen. Nach mehreren Versuchen endlich Antwort und ich lasse mir die nochmal bestätigen: Si boja libre! Also auf nach Puerto Parry. Sieben Meilen weit, etwa zwei Stunden Fahrt. Am Ende des Fjords liegt eine riesige Tonne, an der wir gut vertäut in einen herrlichen tiefen, sicheren Schlaf fallen.
Am folgenden Nachmittag verlegt auch Cypraea. Wir hatten über Funk mitgeteilt, dass die Tonne für mindestens drei Boote ausgerichtet ist, und wenn sie sich drüben nicht sicher fühlen, hier ist Platz genug.
Boje der Armada Argentina in Puerto Parry
Kaum festgemacht, ruft die Armada über Funk, wir mögen alle mit den Schiffspapieren an Land kommen. Bernard hat bereits sein Dinghi klar und wir steigen alle dort ein. Vier junge Männer in Zivil und Badelatschen erwarten uns an dem kleinen Strand, helfen beim aussteigen und Dinghi an Land heben. Wir werden in die warme Stube gebeten und mit heißem Kaffee versorgt. Ein wenig Smalltalk, Eintrag ins Gästebuch, welches seit nunmehr 32 Jahren existiert - wir sind die ersten Boote seit Ende November 2011 – und Verabschiedung mit einer Einladung zum Asado am folgenden Tag. Und... da war doch noch was.... ach ja: Schiffspapiere vorzeigen! Die Daten werden schnell auf einem losen Zettel festgehalten und alle helfen mit, uns wieder zu Wasser zu lassen.
Bernard von SY-CYPRAEA und Michael
Santiago, Laurian, Regina, Catherine et Bernard
Herrlich! Ein wunderbares Erlebnis. An den Tagen darauf lernen wir die vier jungen Männer noch besser kennen und die Insel um den Fjord herum auch. Santiago (der Chef) und Julian (das Mädchen für alles) sind mit der Crew der Cypraea schon unterwegs in den Bergen. Hector (der Mechaniker) begleitet uns später bei der Klettertour und zeigt uns professionell den besten Aufstieg. Andre (der Sanitäter) schläft. Eine knappe Stunde klettern wir den Abhang hinauf. Eine Anstrengung, die sich lohnt. Wir genießen keuchend und schwitzend den wundervollen Blick, als die anderen uns ebenso beeindruckt wie keuchend entgegen kommen. Zusammen treten wir den Rückweg an.
Blick von ganz oben!
zum Essen bei der Armada
Die Gegend ist einmalig. Steile Felswände ragen in den Himmel, Wasserfälle schießen zu Boden ebenso wie die Fallböen, die uns am 15.01. mit Orkanstärke treffen. Gestern war hier alles friedlich, was wir gar nicht für möglich hielten: Windstille und total platte See. So konnten wir die Einladung zum essen, duschen und waschen annehmen und haben es sehr genossen.
selbstgemachte Empanadas
Heute ist ein Von-Bord-Kommen nicht möglich. Windstärken in Böen, die wir bisher noch nicht kannten, sog. Williwaws, zerren an ANICO und Cypraea und schubsen die Schiffe von Seite zu Seite. Die Fender haben ihre liebe Not, die beiden Boote auseinander zu halten. Auf dem Wasser bilden sich kleine, schnelle Windhosen und 50 Knoten Wind (10 Bft/schwerer Sturm) sind heute nicht selten.
Wir hoffen, dass sich nun zügig ein Wetterfenster öffnet, dass uns endlich ans Fin del Mundo weht. Bis bald in Ushuaia.
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Donnerstag, 12. Januar 2012

PositionReport Isla de los Estados, Puerto Parry

CALL: SY-ANICO
DATE: 11.01.2012
TIME: 20:50
LATITUDE: 54°48.45'S
LONGITUDE: 064°22.05'W
COURSE: 000T
SPEED: 0.00
COMMENT: sicher an der Boje der kleinen Station Naval Control Argentinien, warten auf den richtigen Wind nach Ushuaia
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Sonntag, 8. Januar 2012

PositionReport und Motor streikt

CALL: SY-ANICO
DATE: 08.01.2012
TIME: 07:35
LATITUDE: 50°46.30'S
LONGITUDE: 066°44.44'W
COURSE: 180T
SPEED: 6.00
COMMENT: noch 100nm und wir haben die Magellanstr querab, alles OK an Bord
Wenn die Werkzeugkiste offen ist, steht alles Kopf
nachdem wir die Feiertage gut ueberstanden haben und mit der SY-Cypraea weiter nach Sueden segeln, ist die Magellanstr nicht mehr weit entfernt. Das Wetter macht sich hier jeden Tag neu, sodass lange Vorausplanung fast witzlos ist. Es geht waehrend meiner Wache gerade die Sonne vor uns auf. Der Anblick des Himmels entschaedigt etwas fuer die anfaenglich ruppige See und 8-10bft von vorgestern. Nachdem wir die Ueberschreitung des 50sten Breitengrades begossen hatten ging der Motor ploetzlich aus. Ein DejaVu nach den Kapverden. Drei Stunden spaeter hat Michael die Maschine wieder zum laufen gebracht. Vermutlich erneut unreiner Diesel. Hier stinkts nun danach, aber das vergeht schneller, als die Kaelte, die in diesen Breiten ueblich ist.
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Samstag, 7. Januar 2012

PositionReport kurz vor der Magellanstraße

CALL: SY-ANICO
DATE: 07.01.2012
TIME: 13:33
LATITUDE: 49°25.89'S
LONGITUDE: 066°02.11'W
COURSE: 190T
SPEED: 3.50
COMMENT: 190nm von der Magellan Str. entfernt, gegen Wind und Welle, alles OK an Bord
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Donnerstag, 5. Januar 2012

40 Knoten Wind

.. und die haben wir vor Anker.
ANICO liegt erheblich gekraengt auf der Steuerbordseite und die Ankerkette knackt.
Seit mehr als 24 Stunden pfeift der Wind in Puerto Deseado mit jetzt konstant 8Bft. Seitdem kommen wir nicht mehr von Bord, um die 2km entfernte, je nach Tide 3 oder 8 Meter hohe, gelbe, rostige Leiter am Kai der Grosschifffahrt trocken und gefahrlos zu erreichen. Als wir gestern vom Supermarkt kamen, fing der Spass an. Bereits das Beladen des Dinghis war abenteuerlich.
Bei Ebbe die Leiter runter ins Beiboot und die Einkaeufe langsam herabseilen. Gluecklicherweise lag Cypraea zum Wasser bunkern am Kai und hat unser Beiboot ins Schlepp zum Ankerplatz genommen.
Morgen frueh soll der Wind guenstig zum auslaufen sein. Vorher muessen wir noch in die Prefectura und uns abmelden (persoenlich!) Unser naechstes Ziel ist die Isla de los Estados; vorbei an der Magellanstrasse und an den Falklands - was man hier auf keinen Fall sagen darf, da Argentinien die Inseln beansprucht und sie nennen sie hier nun mal Malvinas! Die Argentinier verlangen seit 2 Jahren die Einholung einer Erlaubis, wenn man dorthin moechte. Wir haben vorsichtshalber eine beantragt,da wir gelesen hatten, dass selbst im Notfall von einem Segler eine 5000-Dollar-Strafe verlangt wurde. Wir haben es dann doch sein lassen, da die Ausstellung der Genehmigung 14 Tage dauern sollte. Seitdem musste Michael bei jeder Prefectura eidesstattlich versichern, dass wir nicht vorhaben die Malvinas anzulaufen. Buerokratie auf argentinisch.
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PositionReport Puerto Deseado

ANICO mit vollen Segeln in den Hafen
CALL: SY-ANICO
DATE: 05.01.2012
TIME: 02:58
LATITUDE: 47°45.71'S
LONGITUDE: 065°55.48'W
COURSE: T
SPEED: 0.1
COMMENT: vor Anker in Puerto Deseado, Wind 7-8 Bft
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Magellanpinguine in Puerto Deseado


Sonntag, 1. Januar 2012

Willkommen im Jahr 2012!

Nachdem es gestern ewas später wurde, haben wir natürlich länger geschlafen. Allerdings wurden wir von lauten Rufen ANICO! ANICO! ANICO! aus dem Schlaf gerissen. Ein heftiger Wind wehte in der Bucht und die Worte wurden Bernard nur so von den Lippen gerissen. Ich ging an Deck und sah Bernard mit seinem Boot abtreiben.... bis ich schlaftrunken realisierte, dass WIR geslippt sind.                                   Unser Anker hat nicht gehalten, und wir trieben immer dichter an die Cypraea und auf die Felsen zu. Zum Glück blieben wir in Cypraeas Heckline hängen. Mit Bernards Hilfe, der sich für uns als erfahrener und geschickter Seemann bewies, haben wir ANICO innerhalb von zwei Stunden neu vertäut und liegen nun sicher an drei Leinen in der Caleta Horno.
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