Montag, 31. Dezember 2012

Happy New Year unter dem Vulkan

Panoramablick von der Terrasse
Blick auf den Villarrica
Lagerfeuer, Feuerwerk und Vollmond
Gaby Nancy (von SY Halekai) Michael Wolfgang

Vielen Dank, Gaby Wolfgang und Pedro, für die wunderschönen Tage bei Euch

und den atemberaubenden Blick

Pedro, mein Lieblingshund 


Donnerstag, 27. Dezember 2012

Na dann... fröhliche Weihnachten


Am Vorweihnachtstag haben wir uns von allen Seglern verabschiedet und die Leinen in Puerto Montt losgeworfen.
Etwa 30 Seemeilen bis zur Isla Abtao, dem einzigen Ankerplatz vor dem Canal Chacao, der gegen den noch wehenden Nordwind schützt .
Dort legen wir uns in Lauerstellung, um den, für den ersten Weihnachstag angekündigten, Südwind abzuwarten, der uns bequem bis nach Valdivia blasen soll.


Da wir nicht genau wissen, wie sich das örtliche Wetter Heiligabend verhält, machen wir uns auf alles gefasst und feiern Weihnachten schon mal am 23.12. 

Der 24. fängt dann auch gut an und ist mit viel Arbeit verbunden.
Ich wache auf, weil meine Hand in eine Pfütze greift. Über meinem Kopf läuft Wasser an der Holzwand runter!  Na super... Erstmal Handtücher holen und dann gehts auf die Suche nach dem Leck.
Die gesamte Deckenverkleidung muss abgeschraubt werden, anders gehts nicht. Das Deckenholz ist nass.

Fein, und nun? Kein Wasser weiter oben, auch nicht tropfendes, zu entdecken..... Doch da! Was ist das?
Vor Jahren hatten wir mal kleine Plastikhalter oben im Cockpit für das Gestänge der Kuchenbude. Die sind irgendwann     abgebrochen und Michael hat alles entfernt. Zurück blieben kleine Löcher, durch die bisher nie auch nur ansatzweise ein Tropfen Wasser rann.

Nun hatte es seit Tagen geregnet und das Kabel vom Ankerlicht lag Tag und Nacht über genau einem kleinen Loch.........und...............steter Tropfen..........sorgte für ein weihnachtliches Wasserbett!
Das Loch wurde fachmännisch gestopft, die Holzverkleidung und die Betten getrocknet und die Decke wieder angeschraubt.
Und so verging der Heiligabend, wie im Flug. Wie gut, dass wir schon am 23. unser Festessen hatten.

Am 25. dreht der Wind und wie können planmäßig los. Dachten wir....
Rechtzeitig lichten wir den Anker in der geschützen Bucht und........bei 15m hängen wir fest. Oh nein, nicht schon wieder.......nicht in dieser Tiefe, nicht in diesem Eiswasser, nicht bei dieser Kälte, bitte bitte nicht!

Wir lenken nach steuerbord, backbord, rückwärts, vorwärts und überfahren den Anker. Nichts hilft. Bei 10m ist Schluß, mehr Kette bekommen wir nicht an Bord. Vermutlich hängen wir wieder in einer alten Mooring. Mit Glück hat sich nicht alles um den Anker vertütelt, sondern nur verhakt.
Ein allerletzter Versuch: wir lassen die Kette auf 40m rausrauschen, und ziehen das Schiff entgegen der Ankerrichtung seitlich weg.....und sind frei.

Nach 50 Minuten Ankeraufmanöver ist es geschafft. Anker ist oben. Wir können los.
Mit fast einer Stunde Verspätung machen wir uns auf den Weg.
Um durch den Canal zu kommen, sollten Tide und Wind möglichst mit uns sein. Leider spielte der Wind nicht mit. Er bläst  uns entgegen und sorgt für eine fiese steile Welle, die uns immer wieder auf 4 Knoten aufstoppt. Ohne die Tidenströmung, die uns tatsächlich mit bis zu 9,5 Knoten (was für eine fantastische Geschwindigkeit!) hinauszieht, würden wir stehenbleiben. Erst als der Kanal breiter wird und in den Pazifik mündet können wir ganz hart am Wind an den letzten Felsbrocken vorbei aufs Meer hinaus.
Die Sonne scheint und wärmt ein wenig den kühlen Wind weg. Draussen auf dem Ozean, der nicht so still ist, wie sein Name verheißt, teilen wir die Nachtwachen ein. Und was passiert...? ...genau..!... mir wird schlecht....und dem Skipper gehts auch nicht gut ....Wir waren einfach zu lang an Land.

Das alles ist natürlich vergessen, wenn man wieder einen vernünftigen Ankerplatz bei schönstem Wetter gefunden hat und beruhigt ausschlafen kann.

Es ist der 27.12.2012. Wir sind auf der Isla Mancera, die in der Mündung des Río Valdivia liegt, angekommen. Morgen segeln wir in den Club de Yates in die Stadt.






Samstag, 15. Dezember 2012

AIS und Wünsche ans Universum

Seit Brasilien schon wünsche ich mir ein Automatisches Identifikationssystem an Bord. 
Besonders bei den Nachtwachen in Küstennähe fühle ich mich sicherer, wenn ich weiss, wieviel Schiffsverkehr um uns herum ist und wessen Wege wir kreuzen, oder mit wem wir auf Kollisionskurs liegen.
In Hamburg ließ sich Michael noch nicht erweichen diese Technik anzuschaffen.
Generalüberholung der Ankerwinde
Große Freude, 21.11. Rettungsinsel aus dem Zoll
Stattdessen bestellte er heimlich ein Gerät im Internet, welches von Deutschland aus mit der Post versendet werden musste.
Mit Luftpost ging das AIS am 10.11.12 auf den Weg nach Chile. Wir erwarteten den Brief etwa zwei Wochen später.
In der Zwischenzeit haben wir Anico zur Weiterfahrt hübsch gemacht und viel Nerven bei der Bestellung einer zweiten Rettungsinsel gelassen.  Nach drei Wochen Wartezeit wurde der Skipper nervös, denn langsam wollten wir ja mal gen Norden weiterfahren. 
Wir sind dann ja erstmal hier im Golfo de Ancud gesegelt um den Autopilot zu testen. 
Als wir nach einer Woche wieder zurück in den Segelclub kamen, war leider noch immer nichts von der ersehnten Post in Sicht und bereits ein Monat vergangen. 
Michael hatte das Gerät schon abgeschrieben und winkte entmutigt ab: "Das kommt doch nicht mehr!"

Ich gab der Post genau sechs Wochen von Tür zu Tür.  Wir hatten ja schließlich alles vorbereitet! Die Kabel sind verlegt und die Antenne ist montiert. Fehlte nur noch das AIS.
Dienstag schickte ich einen Wunsch ins Universum und wusste im selben Moment: 
Morgen liegt der Brief im Büro. Ich muß ihn nur noch abholen.

Das habe ich am Mittwoch getan. Der Skipper war total verblüfft, erfreut, erstaunt und wieder happy, dass seine Investition nach 32 Tagen Laufzeit nun doch noch eingebaut werden konnte.

Danke Universum und Frohe Weihnachten!




Sonntag, 9. Dezember 2012

04.-08. Dez. Rund Golfo de Ancud und zurück nach Puerto Montt

am Dienstag lockert der Himmel auf und wir starten zu den heißen Quellen, die nur über ein Hotel zu nutzen sind. Wir nähern uns der Insel und dem vermeintlichen Hotel, neben dem ein Holzgerüst steht und auf der anderen Seite eine blaue Betonwand auszumachen ist - die Quelle? Alles ist weit entfernt davon hübsch zu sein. Auch der Steg sieht wenig vertrauenswürdig aus und so entscheiden wir spontan: Lass uns weiterfahren!
Der Autopilot ist ganz in seinem Element und tut seinen Dienst. Nur ein Wackelkontakt am Steuercomputer muss dringend behoben werden.


Wir laufen zum Estéro Quintupeu. Dort sollen spektakuläre Wasserfälle die Felsen hinunter donnern. Wir wollen nur gucken, nicht ankern, denn die Höhe der Berge verspricht heftige Fallböen.
In dem Estéro hat sich im ersten Weltkrieg der Kreuzer Dresden vor den Engländern versteckt. Die Mannschaft wurde von ansässigen Deutsch-Chilenen mit Nahrung und Holz versorgt, konnte noch bis zur Juan Fernandes Insel, besser bekannt als Robinson Cruseo Insel, fliehen, um dann doch wegen Brennstoffmangel aufzugeben und sich selbst zu versenken.

Bei schönem Wetter umrunden wir die Insel Llaneahue und gehen abends wieder zurück auf unseren Ankerplatz. Wenig später bietet uns ein Fischer bereits filetierten Seehecht als Geschenk an, den ich gerne annehme und mit ein paar Bieren tausche. Der erste Merluza wird roh in einer Zitronenmarinade verabeitet, der Rest wird gebraten.



Der Wind dreht und wir müssen mal weiter. Auf dem Golfo de Ancud können wir Kurs Nord nicht halten und müssen rüber nach Chiloé. Auf der Fahrt erwischen uns sämtliche Wetterarten. Blitz und Donner direkt über uns. Da schalten wir vorsichtshalber mal alle Elektronikgeräte aus und koppeln die Funke ab.
Zum Ankern in der Puerto Huite, einer kuscheligen Bucht, hört es endlich auf zu regnen. Wir ankern herrlich ruhig neben einer Austernfarm.
Anderntags wollen wir einkaufen. In Puerto Quemchi melden wir uns bei der Armada und dürfen für die Zeit unseres Einkaufes bequem an einer Boje fest machen.                                                       Zurück in Puerto Montt gehts zum Lunch in den Deutschen Verein

So ein Stück Heimat in der Vorweihnachtszeit um 1910, ist doch mal´n büschen schöööön.

(Anmerk. Skipper: Wenn unser alter Kaiser hier einen Vortrag halten würde, wären alle aus den Hütten. Der Dussel hätte nach Chile und nicht nach
Appeldorn gehen sollen, und Holz zum Sägen hätt er hier auch gehabt.)

Montag, 3. Dezember 2012

01.-03. Dez. Golfo de Ancud

- Date 03.12.2012 Time 20:00
- de Puerto Montt a Valdivia
- posición 42°03.31'S 072°37.21'W (fondeado Canal Zapatero)
- próximo Puerto: Valdivia
- ETA 20.12.2012 17:00

Heute ist Montag und wir sitzen seit 3 Tagen im Regen.
Am Freitag haben wir den Club Nautico Reloncavi bei Sonnenschein verlassen, um zu den heißen Quellen auf die 44nm entfernte Isla Llaneahue zu segeln und den Autopilot zu testen.
Der Test ist 100m vom Liegeplatz schnell gemacht. Der Autopilot hüllt sich in Schweigen und gibt nicht einen Piepser von sich.
Neulich im Hafen funktionierte er noch. Na schön, wir werden am Ankerplatz also nicht ohne eine Aufgabe sein: Kabel- und Anschlußverfolgung durch das halbe Schiff.
Wir erreichen die kleine Isla Queullin am späten Nachmittag. Die liegt etwa auf halber Strecke zu den heißen Quellen. Überall regnet es, außer über diesem Inselchen. Wir entscheiden zu bleiben und ankern auf 9m, leider Gerölluntergrund. Der Anker hält trotzdem, wir genießen den Abend, alles ist bestens.
Doch der Schein trügt.
In der Nacht schrecken wir hoch, als das Schiff wie wild stampft. Der Wind hat gedreht und es hat sich eine schneidige Welle aufgebaut, die Anico auf- und abbtanzen läßt. Ein Anker-auf Manöver schließen wir aus, denn der Anker oder die Kette hat sich im steinigen Untergrund verklemmt. Diesmal wollen wir beides nicht kampflos opfern. Michael übernimmt die erste Ankerwache. Doch es dauert nicht lange, und ANICO wird mit lautem Krachen um 90° nach Backbord geworfen. Ich springe aus der Koje direkt in mein Regenzeug. Michael hat sofort den Motor gestartet, fängt das Boot ab, dreht es wieder in den Wind und ruft nach mir.
Ist die Kette gerissen, oder hat sie sich, durch das auf und ab in den Wellen, aus der Verklemmung gelöst?
In dieser Nacht scheint glücklicherweise der Mond und spendet durch die Wolkendecke etwas Licht, sodass wir nicht völlig im Dunkeln tappen.
Mit Motorkraft geht es gegen Welle und Wind, um die Ankerkette ohne Belastung wieder an Bord zu bekommen.
Stück für Stück, und schneller als erwartet, erhalten wir unser komplettes Ankergeschirr zurück, und ein zweites Marokko bleibt uns erspart.
Der Motor schafft es gegen Welle und Wind und die Steuerfrau kann sich langsam vom gefährlichen, felsigen Land entfernen. Wir laufen hinter die schützende Festlandzunge, wo weder Welle noch frostiger Wind peitscht.
Vier Stunden später, nach einer dann sehr ruhigen Segelnacht, es ist sieben Uhr morgens, erreichen wir obigen Ankerplatz im Kanal Zapatero. Uns kommen überraschenderweise Eva, Hans, Lola und Luca mit ihrer Kamiros entgegen. Sie setzen gerade Segel, um für ein paar Monate in die wunderbare Welt der Gletscher Südpatagoniens einzutauchen.
Wir hingegen starten das Projekt Fehlersuche Autopilot und werden tatsächlich fündig. Kontakte im Steuercomputer finden nicht zueinander und lassen das Bedienteil stumm bleiben. Kontaktspray drauf, alles wieder zusammenschrauben, testen, rütteln, testen, Betten wieder zusammen bauen, nochmal testen, ja funktioniert noch!
Nun warten wir in aller Ruhe auf trockenes Wetter für eine Probefahrt.

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Mittwoch, 31. Oktober 2012

Puerto Montt

Puerto Montt vor den Vulkanen Osorno 2.652m (li) und Calbuco 2.003m (re)



Montag, 8. Oktober 2012

Antofagasta - La Serena - Valparaiso - Santiago

Wir verlassen Argentinien und überqueren erneut die Anden. Über 4.000m hohe Berge, 200km Hochebenenwüste und sechszehn Stunden Busfahrt. Die Berge sind teilweise so unnatürlich grün durch die Kupferoxydation, dass man glaubt einen Film zu sehen. Hier liegt Mine an Mine und an der Küste wird verladen.
Auf 2.400m liegt der Grenzposten San Pedro de Atacama. Kein Baum, kein Strauch. Nur Sand, Sand, Sand.... In San Pedro steigen die meisten Busreisenden aus. In der Regel junge Backpacker aus aller Welt, wobei wir in letzter Zeit unglaublich viele deutsche junge Frauen, darunter viele Alleinreisende, treffen.
Auch wir hatten San Pedro ins Auge gefasst, aber Staub und Wüste haben wir nun genug gesehen, und sind weiter nach Antofagasta gefahren. Wir wollen uns den Hafen ansehen. Eventuell segeln wir noch hoch auf diese Breiten.
Antofagasta hatten wir uns kleiner und grauer vorgestellt. Es entpuppt sich aber als saubere, wohlhabende Stadt. Dies bestätigt uns auch Karl, der vor 20 Jahren mit seiner Familie nach Chile ging und seither erfolgreich drei Restaurants betreibt. Der Yachthafen allerdings, gefällt uns nicht, um hier Station zu machen.
In La Serena ist es wieder richtig gemütlich und familiär. Neben der wunderbaren Stadt auf dem Berg ist es im El Arbol like Home away from Home, und Juanita - die Seele des Hauses - macht jeden Aufenthalt perfekt. 
Wir treffen auch hier fast ausschliesslich deutschsprachige Gäste. Thorsten, Übersetzer aus Hamburg, ist mit seiner Kawasaki auf Weltumrundung und Astronom Christoph schreibt an seiner Doktorarbeit in La Silla und Paranal .
Pelikane und Seelöwen  
Wir besuchen die Sternwarte Mamalluca, werden am Hostel abgeholt und erhalten Einblicke in den Himmel der Südhalbkugel. Endlich weiss ich, wie ich das Kreuz des Südens finde.
Die Sternwarte empfiehlt ein tolles Programm: Stellarium, total interessant!
Ein kleiner Ausflug nach Coquimbo mit dem Bus und schon sind vier Tage wieder um.

Susana aus dem El Arbol empfiehlt uns ein Hostel in Valparaíso, reserviert das Zimmer und bestellt das Taxi, das uns dort am Busbahnhof abholen soll.
In nur sieben Stunden wechseln wir die Stadt und das Bett. Leider ist das Taxi nicht am Bahnhof und wir warten eine dreiviertel Stunde. In der Zeit macht Michael die Adresse des Bed&Breakfast The Yellow House ausfindig, denn wir haben uns diesmal ganz und gar auf die Chilenen verlassen und uns die Anschrift nicht notiert, upps..
Wir residieren auf einem der 45 Hügel in dem quietschgelben Haus, mit einem spektakulären Blick auf die Bucht, die Stadt und den Hafen. Dort werden Tag und Nacht Container verladen, die uns wieder an zu Hause erinnern: Hamburg Süd! Lissette und ihr australischer Ehemann Martin betreiben das B&B mit Herz und Verstand.
Es bleibt Zeit für einen kleinen Kochkurs mit Boris. Chilenische Küche: Fisch in einer Zitronen-Öl Salsa, Empanadas und Pastel de choclo. Sehr lecker alles. Pisco Sour darf natürlich nicht fehlen - auch dieser selbst gemixt. Stephanie aus Paris und ich hatten mit unserem Koch sehr viel Spaß und einen Guten Appetit!

Ein paar Kilometer nördlich von Valparaíso liegt Con Con. Hier soll ein sicherer Yachthafen sein, den wir uns noch ansehen, denn  es gibt für Segler kaum geschützte Häfen an der chilenischen Küste. Tatsächlich entpuppt sich die Marina als sicherer Unterschlupf.

Nur 100km entfernt liegt Santiago. Es ist kühl und sehr regnerisch dieser Tage. Heute verbringen wir lesend im Goethe-Institut, und ich schreibe noch schnell auf einer deutschen Tastatur am Blog. ;o)
Morgen kommt Arturo und bringt uns unser Gepäck, der Gute. Seit Anfang September bewahrt er unsere Habe bei sich auf. Morgen Abend werden wir den Nachtbus zurück nach Puerto Montt nehmen.
Dort wird ANICO wieder fit gemacht für die Weiterreise.


Donnerstag, 27. September 2012

Salta - San Carlos - Molinos - Salta

Am Montag haben wir ein Auto gemietet, um die Gegend um Salta zu erkunden.
Wir nehmen die National 68 gen Sueden, vorbei am grossen Stausee Lago Embalse Cabra Corral. Am Hang stehen vereinzelt Villen und im Wasser schwimmt auch mal ein Segelboot an einer Boje. 

Unter einer Bruecke, wegen des Schattens und um dem Staub der Strassen zu entgehen, nehmen wir ein zweites Fruehstueck ein.
In Cafayate, die Region ist bekannt fuer prämierte Weißweine aus der Torrontés Riojano-Traube, wollen wir dann richtig essen. Leider machen die Restaurants gerade zu. Wir trinken in einem Eisladen noch einen Cortado und nehmen ein Eis gegen den Hunger mit.

Am Abend erreichen wir San Carlos. Rund um den quadatischen Marktplatz geht die asphaltierte Strasse in Sand ueber. Wir fahren langsam ein paar Wege ab, um ein Nachtquartier zu finden. Eine Hospedaje am Weg sieht schlimm aus und wir fahren erstmal weiter. In der vorletzten Ecke des Dorfes sehen wir ein Schild und treffen ins Schwarze. Ein sehr gepflegtes Hostal, von aussen kaum als solches erkennbar, befindet sich hier,  im Casa de los Vientos ist noch ein Zimmer frei.

 In der ganzen Region sind die Haeuser aus Lehmziegeln, gemischt mit Stroh, gebaut. Es regnet wenig, aber wenn es mal richtig nass wird, schwimmen auch die Bauten davon. Deshalb ist stetig Bedarf an Erhaltung, Reparatur und Erneuerung vorhanden. Diese Bauweise ist sehr gesund und wir geniessen den Comfort. Am Tag darauf geht es weiter Richtung Molinos. Wir machen einen Abstecher auf das Weingut Hess. Auf dem Weg dorthin platzt ein Reifen des gemieteten Chevrolets. Mitten in the middle of nowhere. Um uns herum lauter Kandelaberkakteen. Sie bluehen einmal nach 40 Jahren und dann nie wieder. In der Region werden die Kakteen oft zu Moebeln verarbeitet. Der Skipper kann auch gut mit Autos und behebt den Schaden in knapp 15 Minuten. Dem Weg ins Weingut steht also nichts mehr im Wege. Der Schweizer Donald Hess hat nicht nur ein teures, aber wohlschmeckends Mahl bereit, sondern auch ein Museum aus Licht des Kuenstlers James Turrell. Was das alles mit dem Wein zu tun hat? Wohl rein gar nichts! Aber der Weingutbesitzer hat es mit der Kunst. Und die will er dem Kunden nahe bringen. Wir hatten dies nicht erwartet, aber es war ein einmaliges Erlebnis.







Freitag, 21. September 2012

von Posadas über Resistencia nach Salta

Posadas, warten auf den Bus
Resistencia, das wenige Grün
Posadas, hier wollten wir nach
 Paraguay übersetzen
ueber Posadas und Resistencia gibt es nicht viel zu sagen, ausser vielleicht, dass sie die Hauptstaedte ihrer jeweiligen Region sind.

Franziskanerkirche in Salta
Kathedrale in Salta
Ganz anders dagegen SALTA - genannt La Linda - die Schöne. Bereits die Anfahrt mit dem Bus ließ uns eine ganz andere Stadt vermuten, als die, die wir die Tage zuvor gesehen hatten.
Wir werden Salta und die Umgebung ein paar Tage erkunden.



Montag, 17. September 2012

Foz do Iguacu












Heute waren wir im brasilianischen Nationalpark von Iguacu und haben uns die argentinischen Cataratas von Brasilien aus angesehen, denn von der argentinischen Seite kann man viele Cataratas nicht sehen.


Auf brasilianischer Seite sind die Schmettelinge noch zutraulicher
Um sich ein Bild machen zu koennen,
muss man wirklich beide Seiten
gesehen haben.

Wir waren von dem Naturschauspiel erneut begeistet und haben das Ausmass der 67000 ha mit den knapp 300 Wasserfaellen noch immer nicht ganz erfasst.





Freitag, 14. September 2012

Puerto Iguazú

Nach einer Nachtfahrt mit dem Bus erreichen wir Puerto Iguazú am Nachmitttag des 11.09.2012. Das Taxi zum Hostel Inn kostet 40 Peso, etwa 7 €, und damit etwa 10 Peso (knapp 2 €) zuviel. Touristenpreis eben.
Das Hostel hat einen Pool, ist gross, geraeumig und sehr sauber. Allerdings sehr kommerziell. Die Kueche ist gross und relativ sauber, allerdings mangelt es an der Ausstattung wie Kochtoepfe, Besteck und Geschirr. Schliesslich soll man auch den Restaurationsbetrieb in Anspruch nehmen und nicht soviel selbst kochen. Zur Empfehlung: Zimmer Nr.6 ist spitze. Eckzimmer mit Fenster bis zum Boden am Ende des Ganges.
 
Am 13.09.12 waren wir im Argentinischen Nationalpark und haben die Wasserfaelle besichtigt. Ein gigantischers Erlebnis und kaum in Worte zu fassen. Ueber Laufstege gelangt man an die Grossen Wasser, welche man auf dem inneren Weg von unten, auf dem oberen Weg von oben und letztendlich ueber den Steg zum Highlight der Faelle - dem Teufelsschlund - ebenfalls von oben betrachten kann. Der Garganta del Diablo sticht sogar die Niagarafälle in Nordamerika und die Viktoria-Fälle in Afrika aus. Hier stuerzt das Wasser mehr als 70m tief aus dem Rio Iguazu hinunter. Im Fluss leben einzigartige Fischarten und auch Schildkroeten beim Sonnenbaden haben wir gesichtet. Im Preis von 130 Pesos sind die Schlauchboottouren unter die Faelle nicht enthalten. Uns reichte der ausgiebige Fussmarsch im Nationalpark voll und ganz. Boot haben wir selber. In Park wimmelt es von den verschiedensten Schmetterlingsarten und an den Kiosken wird vor den diebischen und nimmersatten Waschbaeren gewarnt. Putzige kleine Kerlchen, die allerdings auch zubeissen koennen. Fuettern ist strengstens verboten.

Montag, 10. September 2012

3 Tage Mendoza / 3 Tage Rosario

Mendoza- das klingt nach lieblicher Landschaft, weiten Feldern und .... Wein.
Nachdem, was man über Mendoza lesen kann, ist es sicherlich eine Reise wert. Wir waren eher enttäuscht. Die Stadt, mit etwa 121.000 Einwohnern, hat viel Dreck und herumliegendes Plastik bereits kilometerweit  vor der Stadt  zu bieten. Alte Bauten hat die Stadt wenig. Es herrscht eher eine Stadtflucht der Wohlhabenderen. Zurück bleiben die weniger Betuchten in langsam zerfallenden Gemäuern.

Rosario hingegen lebt. Viele alte Bauten sind bereits restauriert oder sind zumindest in einem akzeptablen Zustand. Andere Stadtvillen hingegen haben starken Renovierungsbedarf. Eine Gehweginstandhaltung scheint es auch hier nicht zu geben, trotzdem macht es Spass durch die Straßen zu wandern und die wenigen, alten Bauten zu bestaunen. Rosario muss, ebenso wie Mendoza, in der Vergangenheit sehr wohlhabend gewesen sein.

Um unseren Aufenthalt ein wenig kurzweiliger zu gestalten, sind wir am Abend des 04.09. in den Sattel gestiegen um mit Diego, dem Gaucho, in der Pampa auszureiten. One Way auf eine Estancia, wo es dann Wein, Gesang und Gegrilltes gab. 

Unsere Unterkunft in Rosario im Hotel Plaza war angenehm ruhig und der freundliche Herr an der Rezeption immer um das Wohl seiner Gäste besorgt. Allerdings war dies kein Vergleich zu der familiären Unterkunft Hostel Empedrado in Mendoza.
Heute Abend geht es weiter mit einem bequemen Bus der Flotte Crusero del Norte nach Puerto Iguazu. Dort steigen wir ab in dem von Anne und Rainer empfohlenen Hostel Inn Iguazu.



Freitag, 7. September 2012

Ankunft in Rosario am Parana


Rosario vom Aussichtsturm Monumento a la Bandera (Flag Monument)
Heute morgen um sieben, der Tag begann langsam anzubrechen, fuhr der Andesmar-Bus in den Bahnhof von Rosario ein. Wir luden unseren Rucksack auf und fuhren in das vorbestellte, nahe Hostel FREEDOM. Eine riesige Mückenkolonie erwartete uns vor der verschlossenen Haustür. Die Altbaufassade machte einen leicht verlodderten Eindruck und auch die hohen, geschwungenen Glasflügeltüren hatten schon mal bessere Zeiten gesehen. Nach mehrfachem Klingeln und einigen Insektenstichen später, öffnete uns endlich ein junger Mann. Verschlafen oder, wie Bob Marley an der Wand, machte er einen leicht zugekifften Eindruck. Das Hostel war der Albtraum. Sauber sieht anders aus. Die vier Badezimmer sind eine Katastophe und unser Zimmer... na ja, geschweige denn die Betten...uuuaaahhh. Im Gemeinschaftsraum steht ein altes Sofa, das vor 40 Jahren wohl mal gut aussah, dann einem Tier zum Opfer gefallen sein muss und seither mit blanken Schaumstofffetzen dahinvegetiert. Andere nennen es vielleicht alternativ, aber auch das ist nicht unsere Sache. So haben wir gleich wieder ausgecheckt und uns um die Ecke ein nettes Hotel gesucht.
Am Paraná entspannen
La Bandera
Wir haben 3 Tage Zeit, Argentiniens grosse Industrie- Handels- und Hafenstadt am großen, langen Paraná kennenzulernen.